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Nouvelle Vague

Richard Linklaters neuestes Werk erzählt von der Entstehung von Jean-Luc Godards „Außer Atem“, dem Meisterwerk und Symbol der Nouvelle Vague. Eine filmische Hommage an Godard, den „Ewigen Juden“ des Kinos.

Nouvelle Vague
Nouvelle Vague GABRIELLA SERRAVALLE

von Gabriella Serravalle

Nouvelle Vague, der neue Film von Richard Linklater, ist nach seiner Premiere im Wettbewerb der Filmfestspiele von Cannes 2025 ab dem 5. März im Kino zu sehen. Das Werk erhielt eine Golden-Globe-Nominierung, zehn César-Nominierungen (davon vier Auszeichnungen), fünf Nominierungen für die Lumière Awards (zwei Siege) sowie eine Nominierung für die Spirit Awards. In den Kinocharts belegt „Nouvelle Vague“ aktuell den 10. Platz; allein am Sonntag, den 15. März, spielte der Film € 50.514,00 bei 50.147 Besuchern ein.

1959: Die Nouvelle Vague erobert Paris. Die ersten Filme ihrer Protagonisten François Truffaut und Claude Chabrol feiern triumphale Erfolge. Jean-Luc Godard lässt sich schließlich dank der Unterstützung des Produzenten Beauregard davon überzeugen, seinen ersten Spielfilm zu drehen. Das Ergebnis ist „Außer Atem“ – ein Film, der die Kinogeschichte für immer verändern sollte.

Linklater, der hier zum ersten Mal auf Französisch und mit einer fast ausschließlich französischen Besetzung dreht, hat ein exzellentes Ensemble zusammengestellt. Allen voran eine beeindruckende Zoey Deutch, die Jean Seberg nicht nur optisch verblüffend ähnelt, sondern auch ihren kecken Look, das Kurzhaar und ihre elegante, drahtige Präsenz perfekt verkörpert. Godard wird von dem Newcomer Guillaume Marbeck dargestellt, während Aubry Dullin als Belmondo überzeugt. Adrien Rouyard leiht Truffaut sein Gesicht und Matthieu Penchinat spielt den brillanten Kameramann Raoul Coutard, dessen Erfahrung als Kriegsberichterstatter ihn zur idealen Besetzung für dieses filmische Abenteuer machte.

Linklater lässt die bekannten und weniger bekannten Gesichter dieser Ära Revue passieren – von Claude Chabrol, François Truffaut, Jacques Rivette, Robert Bresson und Agnès Varda bis hin zu Rossellini und Melville. Er vertraut dabei auf talentierte, eher unbekannte Schauspieler. Die prominenteste Ausnahme ist Zoey Deutch, der es gelingt, die Widersprüche Sebergs einzufangen und die Figur von ihrem tragischen Lebensende loszulösen.

Linklater beschränkt sich nicht auf das bloße Nacherzählen einer beispielhaften Geschichte. Er zeigt auf natürliche Weise, wie einer der einflussreichsten Filme der internationalen Kinogeschichte entstand: Außer Atem. Dabei wird deutlich, dass am Set oft mehr Zweifel und Improvisation herrschten als Gewissheit. Godard unterbrach die Dreharbeiten immer wieder, wenn ihm die Ideen fehlten – ein Ausdruck jener radikalen Denk- und Handlungsfreiheit, die ihn später zu einem der bedeutendsten Intellektuellen seiner Zeit machen sollte.

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